Berlin-Kreuzberg


Geschichte Gestern und Heute

Kreuzberg ist ein Ortsteil im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

1840 Ansicht Kreuzberg

Im Mittelalter lag das Gebiet des heutigen Stadtteils Kreuzberg außerhalb der Stadtmauern der Doppelstadt Berlin-Cölln. Als im 18. Jahrhundert das Stadtgebiet Berlins vergrößert und die Zoll- und Akzisemauer zur neuen Stadtgrenze wurde, entstand hinter dem Halleschen Tor ein neues Stadtviertel (heute im nördlichen Teil Kreuzbergs gelegen).

1978 Kreuzberg Mitte Thomaskirsche dahinter Grenze


Das Hallesche Tor um 1730 und 1894

 Das Hallesche Tor befand sich im heutigen Berliner Ortsteil Kreuzberg südlich des Mehringplatzes. Heute trägt ein denkmalgeschützter  U-Bahnhof an der Stelle des ehemaligen Tores den Namen Hallesches Tor

Um Das Hallesche Tor 1906 bis 1924

1807 Das Kottbuser Tor Blick in die Stadt

1877 Kottbuser Tor€ Gaststätte zur Linde

An der Skalitzer Straße ging in jenem Jahr eine Filiale des Lebensmittelmarktes Bolle in Flammen auf, wurde bis auf die Grundmauern zerstört, und nicht wieder aufgebaut. Auf dem Gelände wurde 2004 ein islamisches Gemeindezentrum (Maschari-Center) mit Moschee errichtet. Seit dem Jahr 2005 ist ein Rückgang der Gewalt zu beobachten, der allerdings mit einer Verlagerung auf andere deutsche Großstädte in Zusammenhang steht.


1905 Am Belle Alliance  Platz

1785 Blick vom Tempelhofer Berg

1829 Tempelhofer Berg Kreuzberg

Der Kreuzberg ist 66 Meter hoch und wurde im Jahre 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Zu seinen historischen Namen zählen Sandberg, Runder Weinberg und Tempelhofer Berg. Seit dem 15. Jahrhundert wurde an den Hängen des Berges Wein angebaut, eine Tradition, die der strenge Winter von 1740 im gesamten Berliner Raum für mehr als zweihundert Jahre beendete; seit 1968 wird der Kreuz-Neroberger angebaut.


Auf der höchsten Stelle der Erhebung legte König Friedrich Wilhelm III. am 19. September 1818 den Grundstein des deutschen Nationaldenkmals für die Siege in den Befreiungskriegen. Auch der russische Zar Alexander I. wohnte der Zeremonie bei. Die Einweihung des Denkmals erfolgte am 30. März 1821, dem Jahrestag der Erstürmung des Montmartre. Bei gleicher Gelegenheit erhielt der Hügel seinen heutigen Namen Kreuzberg.
Unter Kaiser Wilhelm I. wurde das knapp 20 Meter hohe und 200 Tonnen schwere Denkmal 1878/1879 hydraulisch auf ein acht Meter hohes Podest gehievt, weil die zunehmende Bebauung der Tempelhofer Vorstadt den ungestörten Blick auf das Denkmal verhinderte.


Kreuzberg gehört neben Neukölln, Friedrichshain, Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg zu den sehr dicht besiedelten Ortsteilen Berlins. Dies erklärt sich aus dem seit der Gründerzeit verfolgten Bauprinzip größtmöglicher Grundstücksausnutzung mit einem Vorderhaus, Seitenflügeln und sich anschließenden – bis zu vier – Hinterhäusern. Auch heute wohnen in diesen Mietskasernen bis zu 150 Mietparteien in Häusern, die eine Traufhöhe von 22 Metern haben. Durch häufigen Mieterwechsel ist inzwischen das Kuriosum entstanden, dass für die langfristig belegten Vorderhauswohnungen teilweise weniger Miete als für Hinterhauswohnungen gezahlt wird.

Berliner Mietskasernen 1940 und 2010

1919 Luftbild am Engelbecken mit St. Michael Kirche

1919 St. Michel Kirche am Engelbecken

2010 Engelsbecken mit St. Michael Kirche


Im Verlauf des 19.€Jahrhunderts wuchs Berlin weiter an und es kamen in diesem Bereich die Tempelhofer Vorstadt (Eingemeindung 1861) und die Luisenstadt (Eingemeindung 1841) hinzu. Wichtige Straßen und Plätze in den neuen Stadtvierteln wurden als Teil des sogenannten Generalszugs preußischen Militärs und gewonnenen Schlachten aus der Zeit der Befreiungskriege (1813 bis 1815) gegen Napoleon gewidmet. Namensgeber waren unter anderem die Offiziere Gebhard Leberecht von Blücher (Blücherstraße und Blücherplatz), Ludwig Yorck von Wartenburg (Yorckstraße) und August Neidhardt von Gneisenau (Gneisenaustraße) sowie die Schlachten bei Waterloo (Waterloo-Ufer und Belle-Alliance-Straße , 1947 umbenannt in Mehringdamm) und Möckern (Möckernstraße und Möckernbrücke).

1905 Der Landwehrkanal an der Möckernbrücke


Ein historischer Ort mit Individualität und prägnantem Design


Der Riehmers Hofgarten in der Yorckstrasse, errichtet zwischen 1860 und 1900, wurde nach dem Architekten und Grundstückseigentümer Wilhelm Riehmer benannt.
Wilhelm Riehmer, geboren am 21. April 1830 in Berlin am Belle Allianceplatz, der in den letzten Jahren seines Lebens den Titel Ratsbaumeister trug, starb nach Vollendung seines Lebenswerks am 16.06.1901 im Alter von 71 Jahren.
Um die Garten- und Wohnlanlage - wie wir sie heute kennen - unter den damaligen gesetzlichen Bedingungen errichten zu dürfen, bedurfte es der hartnäckigen Bemühungen eines mit allen Wassern gewaschenen und trickreichen Grundbesitzers.


1860 Diakonissen Krankenhaus Bethanien und Krankenzimmer

Das Bethanien am Mariannenplatz im Berliner Ortsteil Kreuzberg  war ein Diakonissen-Krankenhaus und wurde als Central-Diakonissen-Haus Bethanien und als Vermächtnis des Königs Friedrich Wilhelm IV. begründet.

Im Jahr 1970 erfolgte die Stilllegung des Krankenhauses, ein Abriss konnte durch Bürgerinitiativen verhindert werden. Das Bethanien wurde daraufhin unter Denkmalschutz[1] gestellt und vom Land Berlin gekauft. Seitdem wird es von kulturellen, künstlerischen und sozialen Einrichtungen und selbstorganisierten Initiativen genutzt.


1904 Feuerwehrdenkmal am Mariannenplatz zum 50. Gründungstag leider abgerissen !!

Der Feuerwehrbrunnen auf dem Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg besteht aus einem flachen Wasserbecken und einer Skulpturengruppe von Kurt Mühlenhaupt (1921–2006), mit der die Tätigkeit der Feuerwehr humorvoll dargestellt wird. Er ist der Nachfolger eines früheren Brunnens mit ähnlicher Thematik an dieser Stelle.


1928  Die St.Thomas Kirche und 2008

Der Bezirk Kreuzberg wurde 1920 aus der Tempelhofer Vorstadt, der Oberen Friedrichsvorstadt, der südlichen Friedrichstadt und einem großen Teil der Luisenstadt gebildet. Benannt wurde der ehemalige Bezirk und heutige Ortsteil nach dem im Südwesten gelegenen Kreuzberg im heutigen Viktoriapark.

1882 Der Kreuzberg jetzt Viktoriapark

Nach der Gründung Groß-Berlins im Jahr 1920 hieß der Bezirk zunächst Hallesches Tor.

Den Zweiten Weltkrieg haben nur die Tempelhofer Vorstadt und die Luisenstadt weitgehend unbeschädigt überstanden. Im Februar 1945 wurde das Gebiet der südlichen Friedrichstadt zwischen dem heutigen Halleschen Tor im Süden, der Prinzenstraße im Osten und der Kochstraße im Norden während eines US Luftangriffes fast völlig zerstört

1902 Hochbahnhof Prinzenstraße und Straßenzug 1925 mit Nr.29

 Max Hübner (1866-1946), Inhaber eines Blumenladens in der  Prinzenstraße 29, gründete am 17. September 1908 die „Blumenspenden-Vermittlungsvereinigung“. Noch im selben Jahr traten 98 Läden dem System bei, 1921 waren es bereits 1.363 Mitglieder. 1910 wurde in den USA die vergleichbare, jedoch konkurrierende „Florists' Transworld Delivery Association“ gegründet. 1927 gründet Hübner die auf dem gesamten europäischen Kontinent operierende „FleuropInterflora“.

Fleurop Gründer Max Hübner


1864 Die erste städtische Turnhalle in Berlin Kreuzberg Prinzenstraße 56

Am 19. Oktober 1864 berichtete die Vossische Zeitung: »Die Einweihung der ersten städtischen Turnhalle, welche auf dem Grundstück Prinzenstraße No.56. (nach Umnummerierung Nr.70, F.E.) errichtet ist, fand gestern Vormittag 10 Uhr unter großer Beteiligung statt.      Die schöne umfangreiche Halle war mit städtischen Bannern und Fahnen, sowie mit Girlanden und Kränzen reich geschmückt. Auf dem südlichen Giebel war eine Tribüne errichtet, vor welcher die geladenen Ehrengäste, die Räte der Ministerien, der Magistrat und die Stadtverordneten, sowie die übrigen städtischen Beamten Platz genommen hatten, während der übrige Teil der Halle zur Aufnahme der Deputationen der städtischen Schulen bestimmt war. Auf den Tribünen und Logen hatte sich ein zahlreiches Damenpublikum eingefunden, während auf der am südlichen Giebel eingelassenen befindlichen Tribüne ein Musikcorps und die erste Gesangsklasse des Gymnasiums zum Grauen Kloster Platz genommen hatte


1967 Kochstraße mit Axel Springer Haus

1968 war die heutige Rudi-Dutschke-Straße (Teil der damaligen Kochstraße) einer der Hauptschauplätze der sogenannten „Osterunruhen“, als aufgebrachte Studenten nach dem Attentat auf Rudi Dutschke versuchten, die Auslieferung der Zeitungen des Axel-Springer-Verlags zu verhindern.

1968 Rudi Dutschke wird schwerverletzt von der Polizei abtransportiert !!

Rudi Dutschke war eine führende Persönlichkeit und das Sprachrohr der deutschen Studentenbewegung. Auch heute noch,€ viele Jahre nach seinem Tod, ist er der Inbegriff für Widerstand und Standhaftigkeit.


Seine überregionale Bekanntheit verdankt Kreuzberg vor allem der bewegten Geschichte des kleineren östlichen Bereichs (und Postbezirkes) SO 36, später Berlin 36, der – von drei Seiten umschlossen von der deutsch-deutschen Grenze – in den 1970er und 1980er Jahren als Zentrum der Alternativbewegung und der Hausbesetzerszene legendär wurde. SO 36 erstreckt sich zwischen Spree, nördlich der Lohmühleninsel und des Landwehrkanals sowie östlich des heute zugeschütteten Luisenstädtischen Kanals. Heutzutage gilt diese Gegend als einer der einkommensschwächsten Teile Berlins. Den größeren Teil Kreuzbergs bilden die nordwestlich gelegene, stark kriegszerstörte südliche Friedrichstadt (das damalige „Zeitungsviertel“) und die ganze südliche Hälfte (Kreuzberg 61).

1982 Das Goebenufer                                    und 2006

1982 Pücklerstrasse -Ecke Muskauer   und 2006

1982 Skalitzer Strasse                                 und 2006

1982 Wrangelstasse Nr.44                            und 2006

1982 Lübbenerstrasse                                   und 2006


Der Kreuzberger Landwehrkanal

Der Kreuzberger Landwehrkanal ist ganz sicher nicht der schönste Platz auf Erden. Und doch ist dieses lang gezogene Band aus still stehendem, schwarzen Brackwasser und sein Ufer ein besonderer Ort. Hier ist Raum um zu sitzen, zu trinken, zu schauen. Und um Boule zu spielen. An warmen Sommerabenden sind die vier Kiesfelder zwischen Forster und Liegnitzer Straße stets bis auf den letzten Zentimeter besetzt. Drei jeweils bunt zusammengewürfelte Teams teilen sich dann eines der Rechtecke und lassen die Kugeln fliegen. Und  - Gott sei dank - sind Profis hier die absolute Ausnahme.
Französisches Flair würde man hier vielleicht vermuten. Oder jene Klischeebilder von betagten Alten mit Schiebermützen, die die meiste Zeit mit auf dem Rücken verschränkten Armen herumstehen. Die gibt es hier auch. Aber Boule am Landwehrkanal ist kein Rentnerparadies, sondern Spaßsport. Pinien findet man hier ebenso wenig wie Dorfromantik. Naja, ein bisschen vielleicht. Kiezromantik eben. Neben den Boulefeldern führt der Kiesweg am Ufer entlang. Er wird flankiert von einer niedrigen Steinmauer, auf der die Zuschauer Platz finden. Biertrinker, Leser, Ruhesuchende man mag eigentlich gar nicht mehr nach Hause gehen an jenen warmen Sommerabenden.

1880 Landwehrkanal luisenufer


1910 Hochbahn€ Bahnhof Schlesisches Tor

Hochbahn Ecke Skalitzer-, Wiener- und Oranienstraße


1899 -1910 Hochbahn Gleißdreieck


Ab 1987 geriet Kreuzberg (SO 36) regelmäßig durch teils schwere Straßenschlachten zum 1. Mai in die Schlagzeilen. Ausgangspunkt der Krawalle war meist der Zusammenstoß von Teilnehmern der Mai-Kundgebungen und der Polizei. Heute hat sich die Gewalt mehr und mehr ritualisiert und ist von großer Medienpräsenz begleitet. Die ursprünglich politische Motivation ist in den Hintergrund getreten, es betätigen sich nun größtenteils Jugendliche auf der Suche nach einem Abenteuer.

2011 Maifest am Mariannenplatz

Fast ein Drittel der rund 160.000 Einwohner sind Migranten, viele türkische Gastarbeiter und deren Nachkommen. Auch für diese demografische Besonderheit ist Kreuzberg weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Die türkischstämmige Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den östlichen Bereich SO 36 und hierbei den Wrangelkiez. In den letzten Jahren verändert sich die Bevölkerungsstruktur durch Gentrifizierung Effekte sehr stark.

Sie sind die Ausnahme !!!

Ich sehe Licht in Kreuzberg !!!!!!!!

Kreuzberg führte zu Zeiten der Berliner Mauer durch seine Randlage ein wirtschaftliches Nischendasein. Mit der deutschen Wiedervereinigung ist es ins Zentrum Berlins gerückt: 1997 wurde der Flächenschwerpunkt von Berlin an der Alexandrinenstraße 12–14 Ecke Verbindungsweg zur Wassertorstraße mit einer Granitplatte markiert, auf der die Koordinaten wiedergegeben sind. Durch die veränderten Lebensbedingungen hat Kreuzberg als Unternehmensstandort an Attraktivität gewonnen. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen ziehen zum Spreeufer an der Oberbaumbrücke. Nach der Wiedervereinigung wurden am 1. Januar 2001 die damaligen Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain zum neuen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vereinigt.
 

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